Angst ist ein Grundgefühl, welches sich in als bedrohlich empfundenen Situationen als Besorgnis und unlustbetonte Erregung äußert. Auslöser können dabei erwartete Bedrohungen etwa der körperlichen Unversehrtheit, der Selbstachtung oder des Selbstbildes sein.

 

 


 

Ängste. Jeder kennt sie und hat sie. Die einen mehr, die anderen weniger. Auch ich hatte ganz schlimme Angst davor, Catino zu galoppieren. Warum und wie ich die Angst besiegt habe, erfährt ihr in diesem Beitrag.

Es war ein schöner Sommerabend, ich hatte Reitstunde. Alles lief perfekt und dann auf einmal mitten in der Galopparbeit fing er an mich aus dem nichts aus dem Sattel zu ziehen und zu rennen, schneller, immer schneller, bis wir irgendwann total in der Kurve lagen. Ich bin irgendwie, ich weiß nicht mehr genau wie, abgesprungen und lag dann erst mal auf dem Boden. Dies ereignete sich vor ungefähr 2 Jahren. Immer und immer wieder ging er unkontrolliert ab und so steigerte sich die Angst. Auch als Katja ihn letzen Dezember ritt, musste sie wirklich sehr viel Kraft anwenden um ihn “irgendwie” zu konrollieren. Meine Mutter hatte sogar mit dem Gedanken gespielt, ein neues, besser ausgebildetes und weniger Temperamentvolles und Charakterstarkes Pferd zu kaufen und Catino zu verkaufen. Verkaufen? Mein Seelenpferd – bestimmt nicht!  Also musste eine andere Lösung her : da wir über ein Jahr schon das Problem nicht bewältigen konnten und meine “Vorabitur-Zeit” begann, entschieden wir uns nach langen hin und her eine Bereiterin für den Kleinen zu finden. Wir mussten auch gar nicht mehr lange suchen, denn die Antwort auf die Frage, stand ca. 20 Meter entfernt. Meine neue Trainerin und auch Bereiterin war einige Wochen davor in unseren Stall gekommen. Also entschieden wir uns für einen Trainerwechsel mit Beritt. Ich ritt immer noch nur Schritt und Trab. Das Galoppproblem wurde aber immer immer besser laut meiner Trainerin. Dann nach meinem Abitur war es so weit. Ich nahm die erste Reitstunde und das hieß für mich “der erste Galopp nach 2 Jahren”. Meine alte Trainerin hatte oft versucht mich wieder dazu zu bringen zu galoppieren, aber ich hatte immer und immer wieder unheimliche Angst und auch das Vertrauen in mein Pferd verloren. Da ich aber immer und immer wieder beobachten konnte, wie brav Catino Dank des Beritts wurde hatte ich den ganzen Mut zusammen gepackt und probierte es. “Lass die Hände ruhig stehen, lehn dich zurück und gib die Hilfe, er macht nichts, ich verspreche es dir” das waren die Worte die meine Trainerin sagte. Ich schloss die Augen und tat genau das, was sie mir sagte und plötzlich, wie als wäre nie was gewesen galoppierte Catino an und war total versammelt und brav. Er merkte, dass ich noch etwas unsicher war, gab mir aber durch seine Ruhe das Vertrauen, welches ich brauchte. Tage darauf, immer und immer wieder versuchte ich mein Glück mit dem Galopp und siehe da, jedes mal galoppierte er total brav und ruhig an. Bis heute im Training ist es immer wieder schön zu sehen, wie sehr er sich verändert hat. Es gibt nichts schöneres für mich mehr, als mit Catino zu galoppieren.

 

Ängste sind da, um sie zu bewältigen. Egal, wie lange es dauert. Bei mir war es eine sehr lange, schwierige Zeit mit viel Selbstzweifel. War ich einfach zu blöd? Oder war er zu schwierig? Sollte ich es aufgeben? Aufgeben widerspricht der Aufgabe! Man sollte sich von keinem und niemanden unterkriegen lassen, denn es gibt immer einen Weg um Probleme und Ängste zu lösen.

 

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